Shape Shape + Shape Layer_1 module framework Combined Shape Icon module framework Icon Shape Shape Combined Shape Shape

Zu Besuch beim Gründer der GPS

An einem warmen Augusttag machen wir uns auf den Weg nach Ratzeburg, einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein. Denn heute führen wir für Zwischen Zwei Welten. Menschen mit und ohne Behinderungen erzählen ein Interview mit dem Gründer der GPS, Gerhard Haack, und seiner Lebensgefährtin, Heidrun Voß. Das Interviewteam für die Ausstellung besteht aus Joana, der Medienpädagogin der […]

An einem warmen Augusttag machen wir uns auf den Weg nach Ratzeburg, einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein. Denn heute führen wir für Zwischen Zwei Welten. Menschen mit und ohne Behinderungen erzählen ein Interview mit dem Gründer der GPS, Gerhard Haack, und seiner Lebensgefährtin, Heidrun Voß. Das Interviewteam für die Ausstellung besteht aus Joana, der Medienpädagogin der GPS, Christina, Kathi und mir. In vielen Ausstellungen kommen vor allem die Ausstellungsmacher*innen zu Wort. Unser Anspruch ist es, Menschen mit und ohne Behinderungen für sich selbst sprechen zu lassen. Wir wollen mit ihnen reden, anstatt über sie. Aus diesem Grund produzieren wir viele interessante Interviews. Diese werdet ihr euch dann in der Ausstellung auf Medienstationen anschauen können.

Gerhard Haack, Heidrun Voß und Palle, ihr aufgeweckter Hund, begrüßen uns erst einmal herzlich mit ausgiebig Kaffee, Tee und leckeren Keksen. Danach bauen wir das Set für das Interview auf. Gar nicht so einfach, den optimalen Kameraausschnitt und einen passenden Hintergrund zu finden sowie das gesamte Equipment aufzubauen. Aber dann kann es losgehen, ich spreche zuerst mit Herrn Haack und bin etwas nervös.

Er hat viel aus der Gründungszeit der GPS zu erzählen, alle hören gespannt zu. Vieles wird mir erst durch das Gespräch bewusst. Vor allem wie schlecht die Versorgung für Menschen mit Behinderungen in Deutschland, noch in den sechziger Jahren war oder dass die Auswirkungen der nationalsozialistischen Ideologie noch lange spürbar waren. Während des Interviews liest Gerhard Haack aus einem Rechenbuch aus den dreißiger Jahren vor. Die Rechenaufgabe besteht darin auszurechnen, inwieweit Menschen mit Beeinträchtigungen dem Staat zur Last fallen würden. Die Menschen werden in dem Buch als „Schwachsinnige“ bezeichnet. Diese diskriminierende und diffamierende Rechenaufgabe verdeutlicht nicht nur den Rassenwahn der Nationalsozialist*innen, sondern auch, dass die Indoktrination damals bereits im Kindesalter beginnt.

Die Worte wirkten nachhaltig auf mich und ich beginne mich später in die Thematik einzulesen. Gemäß der nationalsozialistischen Ideologie stellen Menschen mit Beeinträchtigungen eine vermeintliche „Bedrohung für die Reinheit der arischen Rasse“ dar. Bereits 1933 tritt ein Gesetz zur zwangsweisen Sterilisation von „erbkranken“ Personen in Kraft. Der Wahn gipfelt 1942 bei der sogenannten Wannseekonferenz, als Adolf Hitler die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen veranlasst. Ein schreckliches Kapitel der deutschen Geschichte, das nie vergessen werden darf und an das immer wieder erinnert werden muss, damit solche Gräueltaten nie wieder geschehen.

Bevor wir den Heimweg antreten, unterhalten wir uns alle noch bei einem Spaziergang um den idyllischen Ratzeburger-See.

Wir danken Gerhard Haack und Heidrun Voß aus ganzem Herzen für ihre Gastfreundschaft und die Gespräche.

Falls ihr euch tiefer mit diesem Thema auseinandersetzen möchtet, kommt in die Ausstellung und informiert euch! Im Bereich Geschichte gibt es das Interview zu sehen und auch das originale Schulbuch aus dem Nordwestdeutschen Schulmuseum in Zetel, in dem die genannte Rechenaufgabe nachgelesen werden kann.

 

Viele Grüße und wir sehen uns in der Ausstellung,

Nina

Das Neueste

Die letzten Neuigkeiten

Eröffnungsfeierlichkeiten in der Sparkasse am Theaterplatz

Ina Winkler

Jetzt in der Sparkasse Wilhelmshaven

Christian Andrae

Stationen der Wanderausstellung

Christina Freund

Über die Ausstellung

Eine spannende Geschichte